|
|
|
PAG, Insel der norddalmatinischen Inselgruppe, drittgrößte
Insel im Golf von Kvarner; zwischen Kvarneric und dem Velebit-Kanal
erstreckt sie sich in Richtung Nordwest-Südost; 284,5 km2 (etwa
60 km lang und 2–10 km breit) 7969 Einw. Die südwestliche
Küste der Insel ist flach und die nordöstliche steil und
hoch. Dort liegen die Buchten Paski zaljev (mit der großen Bucht
Caska) und Stara Novalja im Südosten gibt es drei Kaps.
Es herrscht mediterranes Klima. Auf der Insel gibt es keine Oberflächengewässer;
bei Metajna, Novalja, Povljane und Pag entspringen Quellen.
|
Der größte Teil der Insel ist felsig; kleinere Flächen
sind mit Macchia bewachsen. Im Südosten der Insel liegen die
beiden Karstseen Velo Blato und Malo Blato. Der höchste Gipfel
ist Sveti Vid (348 m).
In den fruchtbaren Tälern werden Wein, Obst und Gemüse
angebaut. |
Die Halbinsel Lun (20 mal 2 km) ist größtenteils mit Olivenhainen
bedeckt. Auf der Insel sind Schafzucht (Pager Käser, Wolle) und
Weinbau entwickelt. Alle größeren Orte auf der Insel sind
durch eine Straße miteinander verbunden. Die 1968 errichtete,
300 m lange Brücke (Spannweite des Bogens über dem Meer
195 m) über die Landzungen Fortica, Razanac und Posedarje verbindet
die Insel mit dem Festland und der Adriaküstenstraße. Fährlinie:
Prizna–Zigljan. Für den Nautiktourismus sind Häfen
und kleine Anlegeplätze wichtig: Stara Novalja, Pag, Caska, Metajna
Dinjiska, Stara Povljana, Nova Povljana, KoS-ljun, Simuni, Mandre,
Novalja und Tovarnele. |
|
Pag war bereits in der Vorgeschichte vom illyrischen Stamm der Liburner
besiedelt (Mauerreste von Wallburgen und Nekropolen bei Kolan, in
Mihovilj bei Novalja, in Dabor und Vidasov kant); zwischen Kosljun
und Simuni liegen Hügelgräber aus der Eisenzeit.
|
|
Spätestens Anfang des 1. Jh. errichten die Römer auf der
Insel ein Befestigungssystem zur Verteidigung gegen die illyrischen
Stämme: das große Castrum Cissa (Caska) sowie das Hafencastrum
Navalia (Novalja) und kleinere Festungen: Kosljun über dem Feld
von Novalja, SvetojaSnica auf der karstigen Landzunge Zaglava. Außer
diesen Festungen gab es größere (Pagus) und kleinere römische
Siedlungen (erhalten sind Mauerreste von Gebäuden in Tovarnele
bei Lun, in Brbonovica und LeSandrovica u.a.).
|
Die Kroaten haben die Insel früh besiedelt; danach entwickelte
sich KeSa als wichtigste Siedlung (ein Teil davon ist der heutige
Ort Novalja). König Petar KreSimir IV. hat den Nordteil der Insel
der Kirche von Rab geschenkt (1071); der Südteil der Insel fiel
Zadar zu.
Im Mittelalter war Pag der Schauplatz häufiger Auseinandersetzungen
zwischen den Einwohnern von Rab und Zadar. Ende des 12. Jh., nach
dem Untergang von KeSa, übernimmt die Stadt Stari Pag die führende
Rolle auf der Insel. – Von 1409 bis 1797 steht Pag unter venezianischer
Herrschaft, danach teilt es das Schicksal des übrigen Dalmatiens
unter der Herrschaft Österreichs.
|
Nach der deutsch-italienischen Aggression wurde die Insel 1941 von
italienischen Truppen besetzt, danach stand sie unter deutscher Besatzung.
1945 erfolgte der Anschluß an Kroatien.
Die alte Volkstradition ist größtenteils erhalten: Helden-
und Liebeslieder (mit gleicher Melodie –“na kanat”),
volkstümliche Tänze (nach altem und Pager Brauch –
Reigen aus Pag, Reigen aus Nova-lja). Von den tradionellen Kunsthandwerken
ist die Klöppelei besonders berühmt: man unterscheidet dabei
die Pager Nadelspitze (1906 wurde eine Klöppelschule gegründet)
und die Klöppelspitze von Novalja.
|
|
 |
Der Ort ist bei jedem Wetter über die Pager Brücke vom
Kap OSjak auf dem Festland (bei MiletiCi) zum Kap Fortica auf der
Insel (bei MiSkoviCi) zugänglich, die nur 20 km von der Stadt
Pag, dem Zentrum der Insel, entfernt ist. Im Winter behindert die
Bora aus dem Velebit manchmal den Fährverkehr.
|
Der Feigenbaum gehört mit zum Landschaftsbild der Insel Pag.
Die Reifezeit der Feige ist im August bis Anfang Oktober.
|
|
|
|